Muss man befürchten, nach dem Widerruf keine neue KFZ-Finanzierung zu erhalten?

Bereits im Rahmen des Widerrufs von Immobilienkrediten hatten viele Verbraucher die Befürchtung geäußert, Banken würden Kreditinteressenten ablehnen, wenn diese sich von ihrem alten Darlehen durch den Widerruf gelöst hatten.

Die Befürchtung hatte sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Die Banken waren nicht weniger auf die Kunden angewiesen als die Kunden auf die Banken. Auch wenn einige kleinere Volksbanken und Sparkassen sich tatsächlich weigerten, ihren widerrufenden Kunden eine Anschlussfinanzierung zu gewähren, herrschte in der Branche der weit überwiegende Konsens: „wenn wir es nicht tun, machen es die anderen.“ Selbst auf eine offizielle Anfrage der Stiftung Warentest erklärten 36 von 76 befragten Finanzierern, sie würden Kreditangebote auch den Kunden machen, die ihren aktuellen Kredit widerrufen haben.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit – so jedenfalls unsere Erfahrung aus über 1000 Fällen – ist die Zahl der kreditgewährenden Banken deutlich höher.

Bei dem Widerruf von KFZ-Finanzierungen wird es nicht anders sein. Die durch den Abgasskandal, die Diesel-Rückrufaktionen und das aufgedeckte Autokartell angeschlagenen Konzerne werden nicht „beleidigt“ sein und auf Kunden verzichten. Denn Geschäft bleibt auch nach dem Widerruf Geschäft. Außerdem lassen Autos sich in der Regel nur absetzen, wenn eine Bank die Finanzierung übernimmt. Und dass es auch andere Kreditinstitute gibt, ist den Herstellerbanken mehr als bewusst.

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