Welche Vorteile bringt die Änderung des GWB?

Der nationale Gesetzgeber hatte bis Dezember 2016 Zeit die EU-Richtlinie 2014/104/EU umzusetzen. Zweck dieser Richtlinie ist es unter anderem, Kartellgeschädigten die Schadenskompensation zu erleichtern. Am 09.06.2017 ist die neunte Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen schließlich in Kraft getreten. Die Vorteile der Novelle lassen sich in vier Punkten zusammenfassen. Punkt 1: Recht auf Akteneinsicht Die Richtlinie sieht vor, dass Geschädigte in Zukunft Akteneinsicht bei der Kommission beantragen können, was den Nachweis des erlittenen Schadens erheblich vereinfacht. Problematisch ist, dass dies nicht für Aussagen von Kronzeugen und Vergleiche gilt. MAN hat  in diesem Fall von der Kronzeugenregelung profitiert, während die anderen

Wie geht die Kanzlei Kraus Ghendler Ruvinskij vor, um Ansprüche effektiv durchzusetzen?

Case Selection / Fallauswahl Wir prüfen unverbindlich und kostenfrei, ob Ihnen ein Anspruch auf Schadensersatz zusteht und wann dieser zu verjähren droht. Hierzu übersenden Sie uns bitte Ihre Kauf- und/oder Leasingverträge. Anschließend beziffern wir die ungefähre Höhe Ihres Anspruchs. In einem kostenfreien Erstgespräch beraten wir Sie über die die verschiedenen Möglichkeiten, Ihren Anspruch durchzusetzen, sowie über Kosten und Risiken der Verfahren. Dazu können Sie uns einfach über die unten angegebene Telefonnummer oder E-Mail Adresse kontaktieren. Casebuilding / Fallgestaltung Wir sammeln die Ansprüche verschiedener Geschädigter, um Interessen zu bündeln und eine Masse zu erreichen bei der sich auch die Anfertigung von

Wann droht die Verjährung des Anspruchs?

Die Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche wurde zum 01.01.2002 von 30 Jahren auf 10 Jahre verkürzt. Für Ansprüche die zum Zeitpunkt der Gesetzesänderung bereits entstanden, aber noch nicht verjährt waren, gilt eine Übergangsregelung. Danach gilt für diese Ansprüche ab dem 01.01.2002 ebenfalls die 10-jährige Frist. Die gesetzliche Verjährung wurde jedoch durch die Aufnahme der Ermittlungen durch die Kommission 2011 bis zur Beendigung im Juli 2016 gehemmt. Diese Hemmung wirkt noch 6 Monate ab Zustellung der Bußgeldbescheide nach. Zwei Beispiele zur Einrede der Verjährung: Wurde der LKW im Jahr 1998 gekauft, ist in diesem Jahr der Schaden entstanden. Zum Zeitpunkt

Welche Möglichkeiten bestehen, den Anspruch durchzusetzen?

Die gerichtliche Vorgehensweise Wer einen Anspruch gerichtlich durchsetzen will, muss diesen beziffern können. Ein stichhaltiger Vortrag zur Höhe des Antrags ist absolute Pflicht. Bisher steht noch nicht fest, wie hoch der verabredete Preisaufschlag für die einzelnen Modelle tatsächlich war. Den Aufschlag zu ermitteln ist nur durch ein wettbewerbsökonomisches Gutachten möglich. Wir arbeiten hierzu ausschließlich mit renommierten, namhaften Ökonomen zusammen. Die Preise für ein solches Gutachten variieren zwischen 20.000 € und 150.000 €, je nach Größe des Fuhrparks. Diese Kosten können als Schadensposition im Verfahren geltend gemacht werden. Außerdem besteht die Möglichkeit mit einem Prozess-Finanzierer zusammenzuarbeiten der das gesamte Kostenrisiko einer

Welche Folgen hat das für die Geschädigten?

Betroffen sind sämtliche Käufer und Leasingnehmer die zwischen 1997 und 2011 einen neuen mittelschweren oder schweren LKW der genannten Hersteller erworben haben. Aufgrund des von den Produzenten abgesprochenen Preisaufschlages haben sowohl Käufer als auch Leasingnehmer ungefähr 10% – 25% zuviel gezahlt. Dieses Geld können Geschädigte jetzt einfordern, zuzüglich Zinsen. Wurde der LKW geleast, erhalten Geschädigte die zuviel gezahlten Leasingraten zurück. Bei einem fremdfinanzierten Kauf erhalten die Geschädigten auch die Zinsbelastung die durch den ungerechtfertigten Preisaufschlag verursacht wurde zurück. Der dahingehende Schadensersatzanspruch ergibt sich aus § 33 Abs. 3 GWB. Da dem einzelnen Endabnehmer kaum ein Nachweis der geheimen Absprachen

Was haben die Hersteller abgesprochen?

Insgesamt haben die Verantwortlichen der betroffenen Konzerne ihre Vorgehensweise zunächst bei geheimen Treffen und anschließend auf elektronischem Wege in drei Themenbereichen abgesprochen 1. Das Koordinieren von Bruttolistenpreisen für mittlere und schwere Lkw im Europäischen Wirtschaftsraum Das Bruttolisten Preisniveau bezieht sich auf die Fabrikpreise von Lastkraftwagen, wie sie von jedem Hersteller festgelegt werden. Im Allgemeinen sind diese Bruttolistenpreise die Basis für die Preisfindung in der LKW-Industrie.  Der endgültige Preis, den der Kunde zahlt, basiert dann auf weiteren Anpassungen auf nationaler und lokaler Ebene. 2. Der Zeitpunkt für die Einführung von Emissionstechnologien für mittlere und schwere Lkw entsprechend der EU-Abgasnormen 3. Die