fbpx

GmbH / UG Einlage: Stammkapital ausgeben oder auf dem Konto behalten?

Bekannt aus:
  • UG/GmbH Gründung - Alle Informationen

Bei der Gründung einer Gesellschaft stellt sich regelmäßig die Frage nach der sinnvollerweise zu wählenden Höhe des Stammkapitals. Es mag allgemein bekannt sein, dass bei der Gründung einer GmbH mindestens 12.500 und zur umfänglichen Enthaftung 25.000 Euro Kapitaleinsatz benötigt werden. Eine UG kann sogar theoretisch bereits mit einer Einlage von nur 1 Euro gegründet werden. Hinsichtlich dieser Problematik treten häufig Unklarheiten auf. Hier soll ganz gezielt darauf eingegangen werden, was bzgl. des Stammkapitals zu beachten ist, ob dieses unangetastet bleiben sollte und welche Risiken bspw. bei der Wahl eines zu niedrigen Betrages bestehen können.

Telefonische Erstberatung

✔ KOSTENLOS  ✔ SCHNELL    UNVERBINDLICH

Über

20.000

geprüfte Fälle

Offene Fragen? – Einfach anrufen:

(Mo. – So. von 9 – 22 Uhr / BUNDESWEIT –  Dt. Festnetz)

GmbH / UG Stammkapital ist ein Mindestkapital mit gläubigerschützender Wirkung

Das Stammkapital stellt ein Mindestkapital dar, das typischerweise bei der Gründung einer GmbH / UG aufgebracht wird, um als Gesellschafter nicht mit seinem Privatvermögen haften zu müssen. Dieses Kapital entfaltet in erster Linie eine gläubigerschützende Wirkung. Es ermöglicht potentiellen Vertragspartnern, sich einen groben Überblick hinsichtlich der ursprünglichen Kapitalausstattung betreffender Gesellschaften zu verschaffen. Im direkten Zusammenhang mit der Gesellschaftsform GmbH soll das Stammkapital ebenso dem Zweck dienen, nicht schon von vorneherein den Gläubigern einer GmbH eine zu geringe Haftungsmasse für Gesellschaftsschulden zur Verfügung zu stellen. Da die GmbH eine besondere Kapitalgesellschaft darstellt, deren Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist, stellt dies einen wichtigen Faktor dar. Im Regelfall steht nämlich das Privatvermögen der Gesellschafter für Gesellschaftsschulden gar nicht zur Verfügung.

GmbH / UG Stammkapital: Einlage kann zu Gesellschaftszwecken verbraucht werden

Dabei ist ein sehr häufiger Irrtum von davon ausgegangen, dass das Stammkapital einer GmbH oder UG eine Art Garantiefonds für den Verbleib eines finanziellen Puffers in der Gesellschaft darstellt. Viele Gründer denken, dass Sie die Stammeinlage in der Gesellschaft belassen müssen. Dies ist allerdings nicht so. GmbH / UG Gründer können die Stammeinlage für Gesellschaftszwecke investieren oder ausgegeben. So müssen bei einer GmbH die obligatorischen 12.500 / 25.000 € Stammeinlage nicht unangetastet belassen, sondern können für den Gesellschaftszweck von der Gesellschaft ausgegeben werden. Nur wenn es an die Gesellschafter selbst ausgezahlt wird, muss zwangsläufig persönliche Haftung eintreten.

GmbH / UG Stammkapital: Ausreichende Einlage bereithalten

Dennoch sollte Sie folgendes beachten:  Sobald das Vermögen der Gesellschaft die Verbindlichkeiten nicht mehr deckt (mit Ausnahme der nachrangigen Verbindlichkeiten), ist der Geschäftsführer einer GmbH / UG verpflichtet, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Falls dieser Antrag nicht gestellt wird, haften die Geschäftsführer mit ihrem Privatvermögen für den entstehenden Schaden. Der Insolvenz kann schließlich nur noch entkommen werden, wenn nachvollziehbar dargelegt wird, dass die Fortführung des betreffenden Unternehmens in den nächsten zwei geplanten Geschäftsjahren wahrscheinlicher ist, als dessen Scheitern. Gerade bei Unternehmensneugründungen, sog. Startups kann eine solche positive Fortführungsprognose häufig nicht anhand von objektiven Kriterien bemessen werden. Daher sollte bei Startups der Eintritt von rechnerischer Überschuldung stets vermieden werden.

GmbH / UG Stammkapital: Überschuldung vermeiden

Bei einem Stammkapital von nur einem Euro tritt bereits beim Kauf einer Briefmarke für 1,45 € eine rechnerische Überschuldung ein. Das kann nur vermieden werden, wenn das Gesellschaftsvermögen durch Erwirtschaftung von Gewinn oder der Gewährung nachrangiger Gesellschafterdarlehen erhöht wird. Im Vergleich zur Ausstattung mit Stammkapital bringt die Zuführung von Kapital über nachrangige Darlehen jedoch keinen nennenswerten Vorteil mit sich. Wobei auf diesem Wege eine Rückzahlung an die Gesellschafter auch lediglich erfolgen kann, wenn dadurch eine Gefährdung des ursprünglich durch die Gewährung hergestellten Puffers an Kapital ausgeschlossen werden kann. Demgegenüber steigert die Verwendung von Stammkapital sogar die Reputation der Gesellschaft, da es sich im Handelsregister wiederspiegelt.

GmbH / UG Stammkapital: Für eine ausreichende Einlage sorgen

Fazit: Es ist definitiv sowohl für eine GmbH als auch für eine UG sinnvoll, mittels Stammkapital diverse Posten abzudecken: Sie sollten für einen durch den Unternehmer zu bestimmenden Kapitalpuffer sorgen, der sowohl die ursprünglichen Gründungskosten als auch die sonstige Anlaufkosten abdeckt, welcher bis zum sog. „break-even-point“ ausreicht, an dem der Erlös gerade die bereits aufgebrachten Investitionen deckt und die Schwelle zum Gewinn überschritten wird.

Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema “GmbH / UG Einlage: Stammkapital ausgeben oder auf dem Konto behalten?”? Wir beantworten sie hier kostenlos!

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© Copyright - KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ Anwaltskanzlei
Call Now Button