Gefälschte Rechnungen – was tun?

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Gefälschte Rechnungen – was tun?

Gefälschte Rechnungen, in denen Zahlungen für unberechtigte Forderungen verlangt werden, sind ein häufiges Ärgernis. In der Regel steckt eine betrügerische Absicht dahinter und der Absender möchte entweder an das Geld der Adressaten kommen und/oder – im Falle des E-Mail-Versandes – Schadsoftware auf deren Rechnern installieren. Dazu enthalten die Schreiben oft die Aufforderung, auf einen Link zu klicken oder einen Datei-Anhang zu öffnen.

Oft sind die Schreiben täuschend echt und von tatsächlichen Rechnungen bekannter Unternehmen kaum zu unterscheiden. Hinzu kommt, dass häufig echte Daten der Adressaten verwendet werden, die sich die Betrüger verschafft haben; ob mit Hilfe gehackter Datenbanken, Adresshandels oder auf sonstige Weise.

Wie Sie bei dem Erhalt verdächtiger Rechnungen reagieren sollten erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Adressaten gefälschter Rechnungen 

Gefälschte Rechnungen können sowohl an Privatleute als auch an Unternehmen gerichtet sein. Bei Firmen spekulieren die Betrüger oft darauf, dass Rechnungen nicht zentral, sondern von unterschiedlichen Personen freigegeben werden, sodass der Überblick verlorengeht und eine genaue Nachprüfung gerade bei kleineren Beträgen oft nicht erfolgt.

Arten von Fake Rechnungen

Fake Rechnungen sind nicht immer einfach zu erkennen. Es gibt natürlich plumpe Varianten, in denen vornehmlich ausländische Absender schlecht gefälschte Rechnungen mit falscher oder anonymer Anrede und zahlreichen Rechtschreibfehlern verschicken.

Es gibt aber auch sehr gekonnte Fälschungen. Dabei werden z.B. Rechnungen bekannter Unternehmen detailgetreu nachgeahmt. Manchmal werden sogar vorgeblich behördliche Rechnungen mit „Aktenzeichen“, “Dienstsiegel“ o.ä. versendet. Häufige Aufhänger sind folgende:

  • Rechnungen für Onlinekäufe oder andere Verträge, die vom Empfänger gar nicht geschlossen wurden.
  • Rechnungen für Online-Services oder Werbeanzeigen, die bei einem anderen Dienstleister tatsächlich einmal in Auftrag gegeben bzw. veröffentlicht wurden. Was wie eine bloße Bestätigung aussieht, ist oft ein neuer Vertrag mit einem völlig anderen Unternehmen.
  • Rechnungen für Registereinträge: Unternehmen, die kürzlich neu ins Handelsregister oder ein anderes offizielles Register eingetragen wurden, erhalten nicht selten pseudo-behördliche Rechnungen und sollen Ihre Angaben z.B.  “bestätigen”. In Wirklichkeit unterschreiben sie hier ein kostenpflichtiges Angebot zur Eintragung in ein völlig anderes, kommerzielles und nicht offizielles Fantasie-Verzeichnis. Perifiderweise gelangen die Betrüger ausgerechnet durch die echten öffentlich einsehbaren Register an die Daten.
  • Diese Masche ist auch bei der Markenanmeldung und -verlängerung verbreitet. Da alle Markenanmeldungen in Deutschland im Markenregister veröffentlicht werden, verwenden Betrüger die entsprechenden Adressdaten der Markenanmelder, um “Rechnungen“ oder „Zahlungsaufforderungen“ zu versenden, die angeblich mit der Markenanmeldung einhergehen.

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Fake Rechnungen erkennen

Es gibt bestimmte Merkmale, die auf Fake-Rechnungen hinweisen können. Dies sind insbesondere folgende:

  • Der Absender ist Ihnen nicht bekannt, Sie haben bei ihm nichts bestellt o.ä.
  • Es gibt in dem Schreiben weder Kontaktadresse noch Telefonnummer.
  • Der unter „von“ angezeigte Mail-Absender und der angebliche Aussteller der Rechnung stimmen nicht überein.
  • Der Briefkopf ist falsch (z.B. Wappen eines anderen Bundeslandes bei angeblicher Behörde aus NRW).
  • Es ist eine ausländische Bankverbindung angegeben. Öffentliche Stellen haben z.B. normalerweise Kassenkonten bei Landesbanken oder anderen bekannten deutschen Geldinstituten.
  • Die E-Mail ist sprachlich schlecht formuliert und enthält Rechtschreibfehler
  • Die Rechnung enthält Drohungen, etwa mit Inkassoverfahren oder Strafen, einen völlig überhöhten Betrag oder es werden extrem kurze Zahlungs-Fristen (z.B. drei Tage) gesetzt. Dies ist bei echten Rechnungen unüblich.
  • Das Schreiben enthält die Aufforderung, für Details, Ihren Bestell-Verlauf oder andere Informationen auf einen Link zu klicken oder einen E-Mail-Anhang zu öffnen. Hier lauert dann oft Schadsoftware.
  • Die Rechnung wird nicht in einem sicheren Format, wie etwa als pdf, sondern z.B. als Zip-Datei verschickt.

Wir raten:

Prüfen Sie die Kontaktdaten. Gibt es die Firma unter der angegebenen Adresse überhaupt? Stimmt deren Handelsregisternummer? Gibt es in Internet-Suchmaschinen möglicherweise schon Berichte über eine Betrugsmasche dieses Absenders?

Antworten sollten Sie nicht auf solche Mails, Sie bestätigen damit ja ungewollt Ihre Kontaktdaten. Markieren Sie sie stattdessen als Spam.

Auf Fake-Rechnung reingefallen – Was tun?

Sie haben einen möglicherweise gefährlichen Anhang geöffnet oder Link geklickt? Dann setzen Sie ein Virenschutzprogramm ein, ändern Sie Ihre Passwörter und holen Sie sich erforderlichenfalls Hilfe eines IT-Spezialisten.

Sie haben übereilt gezahlt, obwohl es sich um eine Fake-Rechnung handelte? Manchmal lässt sich die Überweisung bei der Bank noch stoppen. Erstatten Sie ansonsten Strafanzeige, holen Sie sich ggf. weitere Hilfe bei der Verbraucherzentrale oder einem Rechtsanwalt.

Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema “Gefälschte Rechnungen – was tun?” Wir beantworten sie hier kostenlos!

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