Datenschutz gegenüber Kunden, Mitarbeitern, Patienten

  • Datenschutz für Kunden, Mitarbeiter, Patienten

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Datenschutz gegenüber Kunden, Mitarbeitern, Patienten


Seit Inkrafttreten der DSGVO müssen Unternehmen auf die hohen Anforderungen an den  Datenschutz gegenüber Kunden, Mitarbeitern und Patienten  reagieren.

Neben den bereits bestehenden Rechten durch das deutsche BDSG-alt, wurden neue Rechte für Bürger aus dem gesamten EU-Raum geschaffen. Für Unternehmen besteht ein bedeutender Mehraufwand sowie ggf. die Pflicht zur Berufung eines Datenschutzbeauftragten.

Der Verstoß gegen den gesetzlichen Datenschutz gegenüber Kunden und Interessenten kann zu einer hohen Geldbuße, Strafe oder einer Abmahnung führen.

Neben der erforderlichen Neuausrichtung der Behandlung personenbezogener Daten von außen, müssen Unternehmen auch intern neue Anforderungen an den Datenschutz erfüllen. Diese  betreffen auch den Umgang mit Daten von Mitarbeitern sowie die IT-Infrastruktur.

Die DSGVO sieht ferner die sensiblen Patientendaten als besonders schutzwürdig und verlangt zusätzliche Maßnahmen von Arztpraxen.

Datenschutz gegenüber Kunden im Unternehmen

Überblick AGB und Datenschutz

    Die EU-DSGVO räumt Verbrauchern und Kunden von Unternehmen umfangreiche Rechte zur Kontrolle ihrer Daten ein. Die meisten Unternehmen und Freiberufler werden mindestens an einer Stelle von den gesetzlichen Änderungen berührt. Rechten der Betroffenen stehen zahlreiche Pflichten zum Datenschutz der Kunden gegenüber.


    AUSKUNFTSRECHT NACH ART. 15 DSGVO

    Ein Auskunftsrecht von Kunden gegenüber Unternehmen bezüglich ihrer personenbezogenen Daten bestand auch schon vor dem Inkrafttreten der DSGVO durch §57 BDSG. Es wurde  jedoch durch Art. 15 DSGVO deutlich ausgedehnt.

    Inhalt des Auskunftsrechts

    Der Kunde hat nach Art. 15 Abs. 1 DSGVO das Recht, bei Unternehmen zu erfragen, ob sie personenbezogene Daten über ihn gespeichert haben. Ist dies geschehen, so hat das Unternehmen dem betroffenen Kunden Auskunft über die Daten sowie Informationen über deren Verarbeitung  zukommen zu lassen.

    Auskunftsrecht in zwei Stufen 

    Die erste Stufe des Auskunftsrechts betrifft somit die Frage, ob personenbezogene Daten gespeichert wurden. Dem Kunden ist dazu eine Auskunft zu geben, auch wenn keine Daten gespeichert wurden. Ist dies jedoch der Fall, so kann der Kunde weiterführende Informationen verlangen:

    •  Zweck der Verarbeitung der Daten
    • Kategorien der verarbeiteten, personenbezogenen Daten
    • Empfänger und Kategorien der Empfänger der Daten
    • geplante Speicherdauer
    • Herkunft der Daten
    • Ob ein System zum „Profiling“ des Kunden anhand der Daten besteht
    • Bei Übermittlung in Drittländer, ob die Datenübermittlung in Form des Standards von Art. 46 DSGVO geschehen ist.

    Vorschriften zur Form und Frist der Auskunftserteilung

    Art. 12 Abs. 1 DSGVO sieht vor, dass Kunden die Auskunft auf schriftlichem, elektronischem oder mündlichem Wege erteilt bekommen. Ein Identitätsnachweis ist jedoch vorausgesetzt. Wird das Auskunftsersuchen auf elektronischem Wege angestrebt, ist die Antwort als PDF zu übermitteln (Art. 15 Abs. 3 DSGVO). In der Regel ist die Auskunft nach Art. 12 Abs. 3 DSGVO sofort, aber spätestens nach einem Monat zu erteilen. Für die Auskunft dürfen dem Kunden keine Kosten entstehen.

    Schranken bezüglich der Häufigkeit und Kosten

    Lediglich die einmalige Auskunft ist kostenlos zu erteilen. Verlangt der Kunde weitere Kopien, so kann ein Entgelt in Höhe der Verwaltungskosten verlangt werden (Art. 15 Abs. 3 DSGVO). Bei unbegründeten oder exzessiven Anfragen kann ebenfalls ein Entgelt verlangt oder die Auskunft gänzlich verweigert werden. Das Unternehmen ist dann in der Pflicht, einen Nachweis über die mangelnde Begründung des Antrags zu erbringen und den Kunden darüber zu informieren (Art. 12 Abs. 4 DSGVO).

    Ausnahmen

    Unternehmen können Kunden unter bestimmten Voraussetzungen die Auskunft verweigern. Nicht nur, wenn der Kunde exzessiv oder unbegründet von seinem Auskunftsrecht Gebrauch machen will. Liegt z.B. eine große Datenmenge über den Kunden vor, so hat das Unternehmen das Recht, das Auskunftsersuchen präzisieren zu lassen. Zudem kann die Auskunft verweigert werden, wenn dadurch Rechte und Freiheiten anderer Personen eingeschränkt würden (Art. 15 Abs. 4 DSGVO).


    RECHT AUF DATENPORTABILITÄT

    Mit der Einführung der DSGVO haben Kunden erstmals das Recht auf Datenportabilität (Art. 20 DSGVO). Kunden wird somit die Möglichkeit eingeräumt, ihre Daten von einem Anbieter zum nächsten zu übertragen. Durch die Einführung der Datenportabilität soll der Wechsel zu einem Anbieter mit besseren Bedingungen gewährleistet werden, denn häufig ist Kunden dieser Prozess zu aufwändig, aufgrund der schlechten Übertragbarkeit der Daten.

    Bisher keine konkreten Lösungen

    Wie genau die Datenportabilität in der Praxis umgesetzt werden soll, ist noch nicht vollständig geklärt. Die DSGVO spricht von einem „strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format“. Somit müssen alle Unternehmen die Daten im selben Format weitergeben, was die Entwicklung eines einheitlichen Systems erfordert.


    RECHT AUF L
    OSCHUNG (VERGESSENWERDEN) ART. 17 DSGVO

    Schon das BDSG sah das Recht auf Löschung von personenbezogenen Daten vor. Die DSGVO dehnt das Recht auf Löschung nochmals aus (Art. 17 DSGVO).

    Inhalt des Löschrechts

    Der Begriff „Löschen“ wird von der DSGVO nicht direkt aufgegriffen. Vielmehr meint Art. 17 DSGVO einen Zustand, der eine Widerherstellung der Daten ohne unverhältnismäßigen Aufwand ermöglicht. Dazu kann entweder:

    • der Datenträger zerstört,
    • die Programmierung gelöscht oder
    • eine Löschsoftware bei wiederbeschreibbaren Datenträgern eingesetzt werden.

    Unverzügliche Löschung der Daten unter bestimmten Voraussetzungen

    Sind die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 DSGVO gegeben, so sind die Daten unverzüglich zu löschen. Dies ist der Fall, wenn

    • der Zweck der Datenerhebung erreicht wurde
    • der Kunde seine Einwilligung widerrufen hat
    • der Kunde Widerspruch eingelegt hat
    • die Daten unrechtsmäßig verarbeitet wurden
    • die Löschung der Daten nach EU-Recht oder nationalem Recht erforderlich ist
    • die Daten von einem Kind unter 16 Jahren stammen.

    Löschung im Anschluss an Auskunft

    Um den Löschanspruch geltend machen zu können, muss zunächst Kenntnis über personenbezogene erhobene Daten vorliegen. Dafür bedarf es eines Auskunftsersuches nach Art. 15 DSGVO. Sind Daten erhoben worden, kann ein Antrag auf Löschung gestellt werden. Eine bestimmte Form ist dafür nicht vorgesehen, obwohl die schriftliche Form oder E-Mail empfohlen wird. Notwendig für den Löschantrag ist der Nachweis der Identität. Andernfalls kann das Unternehmen weitere Informationen anfordern (Art. 12 Abs. 6 DSGVO) oder die Löschung sogar verweigern (Art. 12 Abs. 2 DSGVO). Die Verweigerung muss allerdings begründet und gleichzeitig  auf die Möglichkeit zur Beschwerde bei einer Datenschutzbehörde hingewiesen werden.

    Sofortige Löschung ohne schuldhaftes Verzögern

    Ist der Löschantrag beim Unternehmen eingegangen und liegt ein berechtigter Löschgrund vor, ist die Löschung sofort „ohne schuldhaftes Verzögern“ vorzunehmen. Somit steht nicht mehr Zeit zur Verfügung, als für die Prüfung des Löschgrundes notwendig ist. Gleichzeitig muss der Kunde innerhalb eines Monats über die Löschung informiert oder ihm ein Grund für die Versagung der Löschung genannt werden.

    Mitteilungspflicht bei Löschung

    Besteht ein Löschungsgrund der erhobenen Daten nach Art. 17 Abs. 1 DSGVO, so müssen alle Betroffenen über die Löschung informiert werden (Art. 19 DSGVO). Somit wird durch die DSGVO eine umfassende Mitteilungspflicht normiert.

    Ausnahmen des Löschrechts

    Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Unternehmen die Löschung verweigern. Dies gilt insbesondere, wenn die fortlaufende Verarbeitung notwendig ist, um:

    • das Recht auf freie Meinungsäußerung und Information zu gewährleisten,
    • zur Erfüllung einer Rechtspflicht oder anderweitiger öffentlicher Interessen, etwa im Bereich der öffentlichen Gesundheit, Forschung, Archivierung oder Statistik oder
    • zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen

     
    EINWILLIGUNGSERKLÄRUNG

    Nach Art. 7 der EU-DSGVO müssen Kunden die Einwilligung zur Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten erteilt haben. Will ein Unternehmen die Daten verarbeiten, so hat es nachzuweisen, dass die Einwilligung erfolgt ist.

    Eindeutigkeit der Einwilligungserklärung ist maßgebend

    Die Einwilligungserklärung muss von Kunden eindeutig als solche erkennbar sein. Daher unterliegt sie strengen Anforderungen an die Formulierung. Unpräzise Beschreibungen sind unzulässig. Beispiele für klare Formulierungen sind folgende:

    • „Ich bin damit einverstanden, dass…“
    • „Ich willige hiermit ein, dass…“
    • „Mit meiner Unterschrift willige ich ein, dass…“

    Verständliche und einfache Sprache vorgesehen

    Art. 7 Abs. 2 DSGVO fordert eindeutig, dass die Sprache der Einwilligungserklärung so gehalten sein muss, dass sie verständlich ist. Zudem ist eine Form vorgesehen, die einen leichten Zugang ermöglicht.

    Möglichkeit zum Widerruf muss gegeben sein

    Kunden müssen ferner die Möglichkeit haben, ihre Einwilligung jederzeit zurückzuziehen. Dieser Umstand muss in der Einwilligungserklärung klar kommuniziert werden. Die Form kann dabei von der Form der Einwilligungserklärung abweichen. Es dürfen keine zusätzlichen Hürden bestehen, die den Widerruf beschweren.

    Prinzip der Freiwilligkeit

    Die Einwilligungserklärung muss darauf hinweisen, dass der Kunde darauf verzichten kann, seine Einwilligung abzugeben (Art. 7 Abs. 4 DSGVO). Es dürfen ihm keine Nachteile entstehen.

    Dadurch wird der Zwang zur Einwilligung in vielen alltäglichen Situationen entschärft. Die Unfreiwilligkeit kann nämlich schon dann gegeben sein, wenn durch Versagen der Einwilligung indirekt Nachteile entstehen. Verweigert  ein Kunde z.B. gegenüber einem Wohnungsmakler die Freigabe seiner Daten und wird deshalb beim Auswahlverfahren benachteiligt, handelt der Makler rechtswidrig, sogar wenn die Einwilligung im Zuge dessen abgegeben wird.

    Zustand der Informiertheit

    Bevor der Kunde seine Einwilligung zur Verarbeitung der personenbezogenen Daten abgibt, muss er sich im Zustand der Informiertheit befinden. Das bedeutet, dass ihm ganzheitlich bewusst sein muss, welche Daten, wie und wofür erhoben werden. Ob eine Weitergabe an Dritte vorgesehen ist, muss ihm ebenfalls bewusst sein. Der Hinweis dazu muss deutlich erkennbar und darf nicht nur unter erschwerten Bedingungen zugänglich sein. Eine Zurverfügungstellung eines Links auf die Datenschutzerklärung oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist ausreichend, um einen einfachen Zugang zu ermöglichen.

    Einwilligung nur für eigene Daten

    Darüber hinaus dürfen Kunde die Einwilligung nur für ihre eigenen persönlichen Daten abgeben. Jede Person muss eigenständig einwilligen.

    Bei Missbrauch drohen hohe Strafen

    Nach Art. 82 Abs. 5 lit.) a DSGVO drohen Geldbußen in Höhe von bis zu 20 Mio. € oder 4% des globalen Umsatzes im Falle eines Konzerns. Auf die  Korrektheit der Einwilligungserklärung zur Verarbeitung personenbezogener Daten sollte somit besondere Sorgfalt verwendet werden. Das erhebende Unternehmen trifft die volle Beweislast (Art. 7 Abs. 1 DSGVO) für eine gesetzeskonforme Datenerhebung.


    DATENSCHUTZERKLÄRUNG

    Die Datenschutzerklärung ist für alle Unternehmen oder Freiberufler einer der wichtigsten Aspekte der DSGVO-Compliance. Wird keine oder eine unzureichende Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt, liegt ein wettbewerbsrechtlicher Verstoß vor, sodass Abmahnungen die Tür geöffnet wird.

    Personenbezogene Daten sind maßgebend

    Welche Systeme oder „Plugins“ in der Datenschutzerklärung erwähnt werden müssen, hängt davon ab, ob personenbezogene Daten erhoben werden. Personenbezogen sind Daten dann, wenn durch die Informationen Rückschlüsse auf die Person gezogen werden können. Gängige personenbezogene Daten im Internet sind die IP-Adresse, der Name und die Wohnadresse.

    Zudem sieht Art. 4 DSGVO vor, dass dazu auch Angaben zu persönlichen oder sachlichen Verhältnissen einer Person gehören. Zusätzliche Kategorien der personenbezogenen Daten nennt Art. 9 DSGVO. Dazu gehören etwa politische oder religiöse Weltanschauung, Daten zur Gesundheit oder Sexualität, ethnische Herkunft, Gewerkschaftszugehörigkeit oder biometrische Daten. Werden Daten dieser Art gespeichert, so muss dies ausdrücklich in der Datenschutzerklärung erwähnt werden.

    Datenschutzerklärung für die meisten Unternehmen erforderlich

    So ziemlich jedes Unternehmen benötigt personenbezogene Daten, um seine Geschäfte tätigen zu können. Lediglich rein regionale Betriebe oder Geschäfte, wie etwa ein Kiosk oder eine Fahrradwerkstatt, kommen oft ohne personenbezogene Daten aus. Bietet ein Unternehmen allerdings Lieferungen oder den Kauf auf Rechnung an, ist eine Datenschutzerklärung erforderlich.

    Jede Webseite benötigt eine Datenschutzerklärung

    Jede Webseite benötigt eine Datenschutzerklärung. Der Link dazu muss zudem von jeder Unterseite der Webseite erreichbar sein. Im Optimalfall wird der Link unten im „Footer“-Bereich platziert. Ob die Seite mit einer Gewinnerzielungsabsicht erstellt wurde, ist dafür nicht mehr relevant.

    Datenschutzerklärung in Abhängigkeit vom Aufbau der Webseite

    Die Datenschutzerklärungen sind modular aufgebaut. Je nachdem, welche Daten über die Webseite erhoben und verarbeitet werden, muss die Erklärung individuell angepasst werden. Alle eingebundenen Dienste, die über die Webseite Daten erheben, wie etwa Facebook oder andere Social Media-Plattformen, Nutzeranalyse durch Tracking oder Retargeting, müssen in der Datenschutzerklärung erwähnt werden.

    Personenbezogene Daten werden im Web immer erhoben

    Webseiten erheben in der Regel personenbezogene Daten von jedem Besucher. Dies ist auch der Fall, wenn keine Daten über die Webseitenoberfläche erhoben werden. Selbst wenn alle technischen Vorrichtungen zur Datenerhebung ausgeschaltet sind, so erhebt der Host Daten.

    Die sogenannten „Server-Logfiles“ protokollieren in der Regel die besuchte Webseite, den Zeitpunkt des Zugriffs, die Menge der versendeten Daten, die Quelle, die den Besucher auf die Seite weitergeleitet hat, den verwendeten Browser, das Betriebssystem und die IP-Adresse. Wird Ihre Seite nicht selbst gehostet, so muss Ihr Datenschutzbeauftragter eine Auftragsdatenverarbeitung mit Ihrem Host abschließen.

    Pflicht zur Sichtbarkeit und klaren Sprache

    Die Datenschutzerklärung muss für Kunden, die Ihre Angebot in Anspruch nehmen, klar sichtbar sein. Zudem besteht eine Pflicht zu einer verständlichen und leichten Sprache. Jede Methode der Datenerhebung muss einzeln aufgelistet werden. An je mehr Stellen Daten erhoben werden, desto umfangreicher fällt die Datenschutzerklärung aus.

    Stetige Aktualisierung notwendig

    Da sich technische Prozesse zur Datenerhebung in Unternehmen häufig ändern oder angepasst werden, muss die Datenschutzerklärung dementsprechend aktualisiert werden.

    Datenschutzerklärung im Verantwortungsbereich des Datenschutzbeauftragten

    Die Datenschutzerklärung stellt für die meisten Unternehmen das größte Abmahnrisiko dar. Ihre Rechtskonformität unterliegt dem Verantwortungsbereich des Datenschutzbeauftragten. Die technischen Details der DSGVO-Konformität machen deutlich, dass Sie einen fachlich und technisch kompetenten Datenschutzbeauftragten finden müssen.


    E-MAIL   

    Der E-Mail-Verkehr hat den schriftlichen Briefverkehr in vielen Teilen der Geschäftswelt ersetzt. Sogar vor Gericht geltend E-Mails als Schriftform. Für das digitale Marketing ist der Email-Verkehr einer der wichtigsten Bestandteile einer ganzheitlichen Strategie.

    Auch wenn die EU-DSGVO sich größtenteils an den bisherigen Regelungen des BDSG orientiert, kommen mit der endgültigen Einführung des EU-Gesetzes einige Änderungen auf Unternehmen zu, die Kunden per Mail kontaktieren oder E-Mail-Marketing betreiben.

    Werbung per E-Mail ist ein legitimes Interesse

    Die DSGVO erkennt das E-Mail-Marketing als legitimes Interesse der Unternehmen an (Art. 47 DSGVO). Das BDSG hat bisher eher einen unklaren Rahmen für die Nutzung von Daten für Direktwerbung geschaffen. Die DSGVO erlaubt dieses grundsätzlich. Es wird allerdings unterschieden, ob bereits ein vorheriger Kontakt mit dem Betroffenen bestand oder der Erstkontakt per Mail hergestellt wird.

    E-Mail-Marketing unter bestimmten Voraussetzungen ohne explizite Einwilligung zulässig

    Für Unternehmen wird die Nutzung von E-Mail-Werbung vereinfacht, auch wenn bei Missbrauch höhere Strafen drohen. Somit ist nach der DSGVO die Werbung per Mail ohne vorherige Zustimmung unter gewissen Voraussetzungen erlaubt:

    • Der Kunde muss bereits zuvor ähnliche Produkte erworben haben und
    • Auf die Speicherung seiner Mail-Adresse zu Werbezwecken hingewiesen werden.

    Dennoch ist eine Protokollierung der Erhebung notwendig, um einen Nachweis zu ermöglichen.

    Generell ist ein berechtigtes Interesse für E-Mail-Direktwerbung einfacher durchzusetzen. Der Hinweis in „kleingedruckter“ Form ist ausreichend.

     Allgemein Einwilligung erforderlich

    Werden im Rahmen des E-Mail-Marketings im klassischen Sinne E-Mail-Listen geführt, so bedarf es einer expliziten Einwilligung des Betroffenen. Die Einwilligung darf kein Bestandteil einer vorformulierten Vertragsbedingung sein, sondern muss individuell erfolgen. Um einen rechtssicheren Nachweis über die Einwilligung zu erbringen, ist auch nach der Einführung der DSGVO das „Double-Opt-in“-Verfahren zulässig, das schon nach dem BDSG notwendig war. Der Sinn ist hierbei sicherzustellen, dass tatsächlich der Inhaber der Mail-Adresse die Eintragung vorgenommen hat.

    Nach wie vor: Bei Widerspruch unzulässig

    Erfolgt nach Einwilligung oder Bestehen der Voraussetzung zum E-Mail-Marketing ohne Einwilligung ein Widerspruch des Betroffenen, so ist das  Versenden einer Werbemail fortan unzulässig. Bei Verstößen drohen Bußgelder nach DSGVO.

    Höhere Bußgelder drohen

    Grundsätzlich erleichtert die DSGVO, entgegen der allgemeinen Auffassung unter Nicht-Juristen, das E-Mail-Marketing. Dennoch drohen bei Verstößen deutlich höhere Bußgelder von bis zu 20 Mio. Euro oder 4 Prozent des weltweiten Konzernumsatzes. Durch die Bestellung eines externen Datenschutzbeauftragten wird das Haftungsrisiko minimiert.


    WEBSEITE            

    Ein durchdachter Internet-Auftritt gehört zum Standard eines jeden etablierten Unternehmens. Der Großteil der Unternehmen verlässt sich auf eine Webseite. Da mutmaßlich jede Webseite personenbezogene Daten erhebt, werden sie Bestandteil der Regulierung durch die EU-DSGVO.

    Datenschutzerklärung ist Pflicht

    Selbst wenn es sich um eine Webseite handelt, die lediglich Inhalte wiedergibt und keine Interaktionsflächen bietet, auf denen Daten erhoben werden, so erhebt meistens der Host personenbezogene Daten. In jedem Fall benötigt jede Webseite eine umfangreiche Datenschutzerklärung, die von jeder Unterseite erreicht werden kann. Ob die Seite zur Gewinnerwirtschaftung verwendet wird ist dabei irrelevant.

    Plugins erhöhen die Anforderungen

    Je mehr Plugins in eine Webseite eingebunden werden, desto höher werden die Anforderungen an die Datenschutzerklärung. Jede Stelle, an der personenbezogene Daten erhoben werden, bedarf einer expliziten Erwähnung. Besonders heikel sind Social Media-Plugins, da diese bei Weiterleitung generell Daten erheben, auf deren  fortlaufende Verwendung der Seitenbetreiber keinen Einfluss hat.

    SSL-Verschlüsselung wird Standard

    Spätestens zum Inkrafttreten der DSGVO benötigt jede Webseite eine SSL-Verschlüsselung. Dies ist insbesondere geboten, wenn auf der Webseite Anmeldungen vorgesehen sind, etwa um einen Kommentar zu hinterlassen. Zudem schützt die SSL-Verschlüsselung vor Datenmissbrauch, da die Datenkommunikation von außen nicht zu entschlüsseln ist. Schon aus Gründen des Vertrauensaufbaus gegenüber Kunden, sollte ein SSL-Zertifikat in jedem Fall erworben werden.

    Webtracking wird komplizierter

    Um das Kundenerlebnis zu optimieren und die Inhalte an die Wünsche der Besucher anzupassen, arbeiten die meisten Unternehmen mit Webtracking, wie etwa Google Analytics. Um diese Methoden weiterhin nutzen zu dürfen, müssen die IP-Adressen anonymisiert werden. Zudem muss dem Kunden eine Möglichkeit zum „Opt-Out“, also zum Austragen aus der Erfassung, geboten werden. Letztendlich sollte jede Form des Webtrackings in der Datenschutzerklärung erwähnt werden.

    Folgen der Missachtung

    Neben den Sanktionen der Datenschutzbehörden drohen bei Missachtung der DSGVO-Anforderungen Abmahnungen von Wettbewerbern oder entsprechenden Verbänden. In der Regel liegt bei der Missachtung ein wettbewerbsrechtlicher Verstoß vor. Wenn Sie einen externen Datenschutzbeauftragten anmelden, übertragen Sie die Verantwortung.

    Webtracking

    Das Webtracking ist ein essenzieller Bestandteil des professionellen Online-Marketings. Die Überwachung des Nutzerverhaltens sowie dessen Auswertung dienen der Optimierung des Kundenerlebnisses auf Ihrer Internetseite. Ohne  Webtracking wäre der Standard der Internetinhalte nicht auf dem Stand, auf dem  er heute ist. Wer nach  Inkrafttreten der EU-DSGVO weiterhin das Verhalten der Besucher seiner Webseite analysieren möchte, muss sich aber umfangreichen Anforderungen stellen.

    Fokus auf Anonymisierung der Daten

    Häufig werden beim Webtracking personenbezogene Daten erhoben, wie etwa die IP-Adresse. Für die Auswertung des Nutzerverhaltens ist die Personenbezogenheit jedoch nicht nötig. Um den Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden, sollten also Maßnahmen ergriffen werden, um einen anonymen Tracking-Zustand herzustellen.

    Grundsätzlich stehen dafür zwei Methoden zur Auswahl:

    1. Anonymisierung
    2. Pseudonymisierung

    Die Anonymisierung sieht eine vollständige Trennung von Daten und Person vor. Es werden keine Daten erhoben, die einen Bezug zur Person herstellen können. Somit können Datum, Uhrzeit, aufgerufene Seiten und Nutzerverhalten getrackt werden. Die IP-Adresse gilt als anonym, wenn sie in gekürzter Form gespeichert wird.

    Die Pseudonymisierung sieht die Erhebung personenbezogener Daten vor, allerdings werden die personenbezogenen Informationen pseudonymisiert. Dabei wird ein Profil erstellt und anstelle eines Namens ein Pseudonym – etwa eine Buchstaben- und Zahlenfolge – eingefügt.

    Einwilligung vorausgesetzt

    Seit Einführung der DSGVO bedarf es einer Einwilligung zur Erhebung personenbezogener Daten. Dabei wird kein Unterschied gemacht, ob es sich um pseudonymisierte oder orthonomierte Daten handelt. Werden somit Daten erhoben, die nicht vollständig anonymisiert sind, bedarf es einer ausdrücklichen Einwilligung zum Tracking (Opt-In).

    Hier verbirgt sich eines der größten Konfliktpotenziale der DSGVO, denn die Einwilligung ins Tracking muss theoretisch für jeden Besucher dokumentiert werden. Der daraus resultierende Dokumentationsaufwand ist praktisch kaum umsetzbar.

    Berechtigtes Interesse könnte Abhilfe schaffen

    Die Ausnahmeregelung für die Anforderungen der DSGVO findet sich in der Formulierung des „berechtigten Interesses“ in Art. 6 Abs. 1 lit.) f DSGVO. Die Norm gestattet die Erhebung personenbezogener Daten ohne Einwilligung der Kunden, wenn das Unternehmen ein berechtigtes Interesse daran hat. Die Einschätzung, ob ein Interesse berechtigt ist oder nicht, wird unter Abwägung der Einschränkung der Grundrechte des Kunden getroffen.

    Für viele Online-Unternehmen, etwa Onlineshops, ist das Tracking und Platzieren von Cookies unverzichtbar. Ohne  Cookies im Onlineshop lässt sich z.B.  nicht speichern, welche Produkte der Kunde im Warenkorb platziert hat. Der Begriff des berechtigten Interesses wird somit für Konfliktpotenzial sorgen, was in einer Klärung der Einzelfälle im Rahmen von Gerichtsverfahren münden wird.

    Ob und wie fern das Webtracking als berechtigtes Interesse verstanden werden kann, bedarf einer gerichtlichen Einzelklärung und lässt sich bis dahin juristisch nicht genau beantworten.

    Juristische Beratung dringend empfohlen

    Aufgrund der Komplexität des Themas, das juristisches Neuland ist, wird die Bestellung eines fachkundigen Datenschutzbeauftragten dringend empfohlen. Im Rahmen unserer Datenschutzberatung analysieren wir Ihre Webseite und geben Ihnen glasklare Handlungsempfehlungen zum Umgang mit dem Webtracking an die  Hand.


    SOZIALE NETZWERKE

    Social Media Marketing gehört zu jeder ganzheitlichen Online-Strategie etablierter Unternehmen. Der Großteil der Unternehmen ist in mindestens einem sozialen Netzwerk vertreten. Da auch hier personenbezogene Daten von Kunden erhoben werden können, muss DSGVO-konform gehandelt werden. Betroffen sind vor allem das Social Media Monitoring und das Social Media Listing.

    Selbe Grundsätze wie auf einer Webseite

    Da bei beiden Praktiken personenbezogene Daten erhoben werden, bedarf es auch hier einer Einwilligung der betroffenen Kunden. Es gibt jedoch eine Ausnahme, die mit der DSGVO eingeführt wurde. Personenbezogene Daten dürfen dann zu Werbezwecken verwendet werden, wenn sie öffentlich zugänglich sind.

    Das können entweder Listen, Verzeichnisse oder eben öffentliche Social Media-Profile sein. Es bedarf allerdings auch hier eines berechtigten Interesses. Wird eine Werbekampagne geplant, sollte zunächst eine Interessenabwägung zwischen unternehmerischen Interessen und den Persönlichkeitsrechten der Kunden durchgeführt werden.

    Einwilligung bei Profileinstellung

    Ob das Social Media Monitoring und Listing rechtskonform ist, hängt von der Privatsphäreneinstellung der Nutzer ab. Ist das Profil auf „öffentlich“ eingestellt, so handelt es sich um öffentlich einsehbare Daten, die zu Werbezwecken verwendet werden dürfen. Dennoch unterliegt die Methode der Informationspflicht aus Art. 14 DSGVO.

    Werden die öffentlich zugänglichen Daten abgespeichert, ist der Nutzer darüber zu informieren. Nach Art. 33 DSGVO können die Daten erhoben werden, sofern die Verarbeitung nicht ausschließlich auf einer automatisierten Entscheidung beruht und den Kunden nicht erheblich beeinträchtigt. Für die Zulässigkeit gibt es allerdings Ausnahmen. Im Erwägungsgrund 71 DSGVO sind Fälle der Unzulässigkeit zu finden.

    Anonymisierung bietet Ausweg

    Die Pflicht zur Einwilligung kann umgangen werden, indem die erhoben Daten anonymisiert werden. Dadurch können dennoch Meinungstrends o.ä. erfasst werden, ohne die Persönlichkeitsrechte der Kunden zu verletzen, die ihre Social Media-Einstellungen privatisiert haben.

    Berechtigtes Interesse bietet Konfliktpotenzial

    Das berechtigte Interesse könnte Unternehmen, deren Geschäftsmodell größtenteils auf der Erhebung personenbezogener Daten basiert, die Möglichkeit einräumen, diese Daten ohne Einwilligung zu erheben. In welchem Rahmen das berechtigte Interesse aus Art. 6 DSGVO hierfür angebracht ist, wird durch die Rechtsprechung entschieden werden. Daher ist die Bestellung eines fachkundigen Datenschutzbeauftragten für dieses Anliegen unumgänglich.


    FACEBOOK

    73% aller deutschen Unternehmen betreiben eine Facebook-Seite und die dazugehörigen Funktionen zu Werbe- und Kundebindungszwecken. Mit seinen präzisen Targetierungs-Möglichkeiten ist Facebook eines der mächtigsten Online-Werbeinstrumente. Da die DSGVO einen starken Fokus auf die Regulierung der großen amerikanischen Internetkonzerne und deren Umgang mit Daten legt, müssen Unternehmen sich auf strenge Anforderungen einstellen.

    Impressumpflicht

    Schon vor der der Einführung der DSGVO waren Unternehmen durch das Telemediengesetz verpflichtet, auf der Facebook-Seite ein Impressum zu führen. Durch die DSGVO wurden die Pflicht zum Impressum europaweit standardisiert. Empfehlenswert ist es, dasselbe Impressum wie auf der Unternehmenswebseite zu verwenden oder direkt auf das Impressum der Seite zu verlinken.

    Einbindung von Facebook Like-Button

    Auch Social Media Plugins, wie der Facebook Like Button, waren zuvor schon ein umstrittenes Thema. Da die Verordnung das Thema nicht eigens aufgreift, gibt es aktuell noch keine rechtssichere Lösung zur Einbindung. Unter Juristen herrschen unterschiedliche Meinungen. Es sind diese Unklarheiten, die Unternehmen dazu anhalten sollten, einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen. Von der Unternehmenswebseite sollte auf Social Media-Profile lediglich in Form eines reinen Textlinks verwiesen werden. Andernfalls besteht die Gefahr der Erhebung von personenbezogenen Daten. In Kürze ist mit der Veröffentlichung datenschutzkonformer Plugins zu rechnen.

    Nutzung von Facebook-Pixel

    Der Facebook Pixel ist ein starkes Tracking-Instrument von Facebook. Durch die Einbindung eines Skripts auf der Webseite kann das Facebook-Nutzerprofil des Kunden gesichert und später mit gezielten Werbeanzeigen bespielt werden. Allerdings war dies schon nach geltendem Recht nicht gesetzeskonform und abmahnwürdig. Mittlerweile gibt es technische Lösungen, die eine Einwilligung für die Erhebung des Facebook-Profils vorsehen. Ihr Datenschutzbeauftragter wird eine passende technische Lösung für Ihre Marketing-Strategie entwickeln.

    Reichlich Rechtsunsicherheit

    Wie bei vielen anderen Thematiken gibt es noch keine eindeutige Rechtssicherheit bei der Verwendung der personenbezogenen Facebook-Daten Ihrer Kunden. Der expliziten Einwilligung steht das berechtigte Interesse gegenüber. Um mit den juristischen Entscheidungen der Gerichte nach Inkrafttreten der DSGVO Schritt zu halten, sollten Sie einen externen Datenschutzbeauftragten bestellen.


    GOOGLE

    Google hat sich als Marktführer der Suchmaschinen fest etabliert. Mittlerweile gibt es kein Unternehmen mit einer digitalen Marketingstrategie, das um Google herumkommt. Da die DSGVO gerade auf Internetkonzerne wie Google abzielt, müssen umfangreiche Anpassungen im Umgang mit den Google-Produkten erwartet werden.

    AdSense

    AdSense ist ein beliebtes Instrument zur Monetarisierung für Publisher. Webseitenbesuchern wird eine personalisierte Werbeanzeige eingespielt. Klickt ein User auf die Anzeige, verdient das Unternehmen einen kleinen Geldbetrag. Dafür wird eine Partnerschaft mit Google geschlossen. Da Google für die Ausspielung der Anzeigen bereits personenbezogene Daten erhoben hat, sollte die Verantwortung für die Einwilligung bei Google selbst liegen.

    Allerdings benötigen Unternehmen eine explizite Einwilligung für die Erhebung von personenbezogenen Daten über die Unternehmenswebseite. Google plant Webmaster mit in die Verantwortung zu ziehen. Sollten User die Einwilligung verweigern, dürfte nur noch eine neutrale Werbeanzeige ohne Personalisierung eingebracht werden. Dadurch sind jedoch erhebliche Einnahmeneinbrüche für Publisher zu erwarten.

    Die rechtskonforme Behandlung von Google AdSense ist ein Fall für einen versierten Datenschutzbeauftragten. Seit Inkrafttreten der DSGVO am 25. Mai 2018 besteht für alle Publisher, die Google AdSense verwenden, ein rechtliches Risiko.

    AdWords

    AdWords ist ein effektives Instrument für das Ausliefern bezahlter Werbeanzeigen in den Suchergebnissen. Da Google jedoch die Anzeigen selbst ausspielt, gibt es für Unternehmen gegenüber Kunden hier keinen datenschutzrechtlichen Handlungsbedarf.

    Analytics

    Google Analytics ist ein beliebtes Instrument des User Trackings und wird auf vielen Webseiten eingesetzt. Es dient der Auswertung des Nutzerverhaltens und der Optimierung der Inhalte. Da Google Analytics personenbezogene Daten bezieht, bedarf es entweder einer expliziten Zustimmung des Nutzers oder einer Anonymisierung der Daten. Es gibt somit zwei Möglichkeiten:

    1. Anonymisierung der IP-Adresse

    Durch das Einfügen eines bestimmten Codes in das Skript von Google Analytics können die IP-Adressen der Nutzer anonymisiert werden.

    1. Anbieten eines Opt-Ins / Opt-Outs

    Bisher ist noch nicht klar, in welchem Format die Einwilligung des Nutzers eingeholt werden muss. Fachleute aus der Branche und Juristen streiten sich darüber, ob der Nutzer explizit einwilligen muss (Opt-In) oder ihm eine Möglichkeit zum Austragen gegeben werden muss (Opt-Out). Ihr Datenschutzbeauftragter wird die juristische Entwicklung verfolgen und entsprechende Maßnahmen treffen.

    Erwähnung in der Datenschutzerklärung

    In jedem Fall bedarf es einer expliziten Erwähnung der Nutzung von Google Analytics in der Datenschutzerklärung. Je nachdem, wie Google Analytics genutzt wird, muss die Erklärung angepasst werden.

    Auftragsverarbeitung mit Google abschließen

    Eine Auftragsdatenverarbeitung war schon vor Inkrafttreten der DSGVO zu schließen. Dieser Prozess wird glücklicherweise vereinfacht, denn der Vertrag bedarf keiner schriftlichen Form mehr, sondern kann im elektronischen Format abgeschlossen werden.

    Google Fonts und DSVGO

    Viele Webseiten verwenden die beliebten Google Fonts. Leider wird bei jedem Aufruf der Schriften die IP-Adresse des Nutzers dem Google Server kommuniziert. Die Lösung liegt in der lokalen Einbindung der Fonts und dem Blockieren der Google Anfragen.

    Social Media + Plugins

    Ähnlich wie bei Facebook, stellt die Einbettung des Googles Social Buttons eine datenschutzrechtliche Schwierigkeit dar. Google leitet schon bei Besuch der Seite personenbezogene Daten Ihrer Kunden an die eigenen Server weiter. Bisher ist keine rechtskonforme Lösung vorhanden, weshalb Ihr Datenschutzbeauftragter sich aufmerksam mit dem Thema beschäftigen wird.

    Google als Problemkind für den Datenschutz

    Google gibt sich als Monopolist widerspenstig, was den Datenschutz betrifft. Bisher ist nicht klar, ob der Internet-Riese sich selbst an die EU-DSGVO anpasst oder Webmastern die Verantwortung für die Umsetzung der Anforderungen überlässt. In jedem Fall bedarf es einer ausführlichen Analyse und eines stichhaltigen Datenschutzkonzeptes, um den Umgang mit Googles Produkten rechtskonform zu gestalten. Wenn Sie Ihren externen Datenschutzbeauftragten bestellen, wird er Sie umfassend auf die Problematik vorbereiten und entsprechende Lösungen konzipieren.  


    EINBINDUNG VON YOUTUBE-VIDEOS

    YouTube-Videos einzubinden ist eine gängige Methode, um den Content der Webseite zu optimieren. Ob nun fremde oder eigene Videos eingebunden werden, Sie bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Für die rechtskonforme Einbindung muss ein kompetenter Datenschutzbeauftragter gefunden werden.

    Cookies werden bei Aufruf platziert

    Ruft ein Nutzer eine Unterseite Ihrer Webseite auf, auf der sich ein eingebettetes YouTube Video befindet, begehen Sie möglicherweise bereits einen Verstoß gegen die DSGVO. YouTube platziert automatisch einen Cookie, was als personenbezogener Datensatz der expliziten Einwilligung bedarf. Es gibt zwei Methoden, um dies zu vermeiden:

    Erweiterten Datenschutzmodus aktivieren

    YouTube bietet die Möglichkeit, einen erweiterten Datenschutzmodus zu aktivieren. Wird der Link des Videos von der Plattform kopiert, besteht die Möglichkeit, den Modus zu aktivieren. Es werden somit keine Cookies gespeichert.

    2-Klick-Lösung implementieren

    Eine zweite Lösung ist die Implementierung der „2-Klick-Lösung“. Dabei wird das Video erst geladen, wenn der User auf den Play-Button klickt. Es findet keine automatisierte Platzierung von Cookies statt.

     

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    Datenschutz gegenüber Mitarbeitern im Unternehmen

    Überblick Interner Datenschutz gegenüber Mitarbeitern

      Die Einführung der DSGVO betrifft nicht nur den Umgang der personenbezogenen Daten von Kunden. Unternehmen müssen auch intern umfangreiche Anpassungen vornehmen, um hohe Bußgelder oder Abmahnungen zu vermeiden. Das Aufgabenfeld eines Datenschutzbeauftragten betrifft auch  interne Prozesse der Datenverarbeitung. Die neuen Anforderungen zielen  auch auf den Umgang mit Daten von Mitarbeitern sowie die IT-Infrastruktur ab.


      Mit der DSGVO drohen h
      öhere Bußgelder

      Schon vor Inkrafttreten der DSGVO mussten sich Unternehmen umfangreichen Datenschutzanforderungen stellen. Viele Unternehmen haben dieses Anliegen aber mit geringer Priorität behandelt. Nun allerdings können bei Missachtung hohe Bußgelder von bis zu 20 Mio. Euro oder 4% des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden. Spätestens seit dem 25.05.2018 sollte der Datenschutz in Unternehmen mehr als eine untergeordnete Rolle spielen, um existenzbedrohende Risiken zu vermeiden.


      Arbeitnehmerdatenschutz

      Die Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer sind ebenso zu wahren, wie die der Kunden. Wenn Sie noch kein rechtskonformes Datenschutzkonzept für den Umgang mit den Daten Ihrer Mitarbeiter implementiert haben, sollten Sie zeitnah damit beginnen. Mit der DSGVO werden deutlich höhere Bußgelder fällig, wenn Verstöße aufgedeckt werden. Das Risiko, dass ein unzufriedener Mitarbeiter Verstöße des missbräuchlichen Umgangs mit Daten meldet, ist dabei nicht gering.


      Rechtsgrundlage oder explizite Einwilligung notwendig

      Alle personenbezogenen Daten bedürfen der expliziten Einwilligung des Arbeitnehmers oder aber eines berechtigten Interesses (Art. 6 DSGVO). Die explizite Einwilligung kann in Form einer rechtskonformen Datenschutzerklärung beim Unterzeichnen des Arbeitsvertrages eingeholt werden. Allerdings haben Arbeitnehmer jederzeit die Möglichkeit, die Löschung oder Auskunft über die Dokumentation zu beantragen. Liegt aber ein berechtigtes Interesse vor, kann auf die Einwilligung verzichtet oder ein Löschersuchen abgelehnt werden.


      F
      ür welche personenbezogenen Daten besteht ein berechtigtes Interesse?

      Art. 6 Abs. 1 DSGVO zählt Szenarien des berechtigten Interesses auf. Für Arbeitgeber sind vor allem Art. 6 Abs. 1 lit.) b), die Erfüllung eines Vertrages, sowie Art. 6 Abs. 1 lit.) e.), die Wahrnehmung einer Aufgabe im öffentlichen Interesse, passend. Erstens benötigen Arbeitgeber die Daten zur Erfüllung des Arbeitsvertrages, zweitens werden steuerliche Daten benötigt, um Krankenversicherungsbeiträge und Sozialabgaben abzuführen. Dazu gehören vor allem Name, Adresse und steuerliche Daten.


      Nur das N
      ötigste speichern

      Arbeitnehmer können den Aufwand drastisch reduzieren, indem eben nur solche Daten gespeichert werden, die im Rahmen des berechtigten Interesses zulässig sind. Das allgemeine Risiko eines Datenschutzverstoßes wird somit erheblich reduziert.


      Beweislast liegt bei Unternehmen

      Neben der rechtskonformen Erhebung der Daten müssen Arbeitnehmer strikt auf die Dokumentations- und Informationspflichten achten. Wird ein datenschutzrechtlicher Verstoß gemeldet, sind Unternehmen in der Beweispflicht, den rechtskonformen Umgang zu beweisen.


      Zahlreiche Stolpersteine vorhanden

      Neben der Speicherung personenbezogener Daten, existieren zahlreiche weitere  rechtliche Stolpersteine. Dies betrifft insbesondere den Umgang mit personenbezogenen Daten, die im Rahmen der Tätigkeit des Arbeitnehmers im Betrieb entstehen. Für die rechtskonforme Abwicklung  sollte ein externer Datenschutzbeauftragter beauftragt werden, der ein individuelles Datenschutzkonzept erstellt.


      Datenschutz am Arbeitsplatz

      Die Datenerhebung gegenüber Mitarbeitern endet nur selten bei den verwaltungstechnisch relevanten Daten. Durch die Einbindung in digitale Prozesse erheben die meisten Arbeitgeber automatisch personenbezogene Daten, die über das berechtigte Interesse hinausgehen. Beispielsweise bei der Nutzung eines personalisierten E-Mail-Accounts.


      Herrschende Rechtsunsicherheit erfordert Eigeninitiative

      Viele Aspekte der DSGVO im Bezug auf Arbeitnehmerdatenschutz bleiben unklar. Bis eine rechtssichere und anerkannte Lösung besteht, können Jahre vergehen. So ist bei § 26 BDSG (neu), der die Datenverarbeitung für die Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses reguliert, noch unklar, welche Daten für die Beschäftigung erforderlich sind. Im Rahmen eines durchdachten Datenschutzkonzeptes sollte eine klare Vereinbarung geschaffen und eine explizite Einwilligung ermöglicht werden.


      Überwachung am Arbeitsplatz ist unzul
      ässig

      Manche Unternehmen bedienen sich einer Keylogging-Software, um die Tätigkeiten und Produktivität der Mitarbeiter zu überwachen. Eine Generalüberwachung der Arbeitnehmer wird nur schwer mit dem berechtigtem Interesse aus Art. 6 DSGVO vereinbar sein. Andererseits besagt der „2017 IT Risks Report“, dass das größte Risiko von Innentätern ausgeht. Es fragt sich, wo  im Sinne der DSGVO die Grenze zu ziehen sein wird.


      Überwachung nur bei konkreten Verdachtsmomenten einer Straftat oder schweren Fehlverhaltens

      Die DSGVO gilt als europäische Verordnung direkt. Sollte sie nicht im Einklang mit den nationalen Datenschutzgesetzen stehen, so ist das nationale Recht zu vernachlässigen. Ob der § 26 BDSG-neu im Einklang mit der DSGVO steht, wurde bereits angezweifelt. Somit sind gerichtliche Entscheidungen abzuwarten.

      Allerdings hat das BAG am 27.07.2017 entschieden, dass Keylogging-Software nur eingesetzt werden dürfe, wenn konkrete Tatsachen begründeten, dass der Arbeitnehmer eine Straftat oder schweres schädliches Fehlverhalten zu verschulden habe. Eine derartige Schadensbegrenzung könnte auch im Sinne des Art. 6 DSGVO, des berechtigten Interesses, zu rechtfertigen sein. Von einer Generalüberwachung sollten Arbeitnehmer indes unverzüglich Abstand nehmen. Die Entwicklung eines Datenschutzkonzeptes zur Schadensbegrenzung nach der Bestellung eines externen Datenschutzbeauftragten ist dringend zu empfehlen.


      Datenschutz endet nicht nach Ausscheiden

      Weitere Datenschutzkonflikte können sich ergeben, wenn der Arbeitnehmer aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Wurde etwa für Diensthandy oder E-Mail-Account eine private Nutzung gestattet, so stehen sich zwei berechtigte Interessen gegenüber. Einerseits benötigt der Arbeitgeber Zugriff auf die geschäftlichen Daten, um einen reibungslosen Geschäftsbetrieb zu gewährleisten, andererseits könnte das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers verletzt werden. Eine individuelle Lösung für Ihren Geschäftsbetrieb dieser und ähnlicher Szenarien steht auf der Agenda Ihres Datenschutzbeauftragten.


      Datenschutzkonzept durch Datenschutzbeauftragten zwingend erforderlich

      Die Gestaltung des Datenschutzes am Arbeitsplatz hängt stark von der Art Ihres Unternehmens ab. Eine allgemeine Zusammenfassung würde den Rahmen des Artikels sprengen. Wichtig ist, dass Unternehmen spätestens mit dem Inkrafttreten der DSGVO das Thema Datenschutz am Arbeitsplatz zu einem übergeordneten Maßstab der Betriebsabläufe machen. Um die empfindlichen Bußgelder zu vermeiden, sollte ein versierter Datenschutzbeauftragter bestellt werden.


      Datenschutz in der Cloud

      Deutsche Unternehmen verlassen sich zunehmend auf die Flexibilität der Datenspeicherung in der Cloud. Das hat der Cloud Monitor 2017 von KPMG und Bitkom ergeben. Gleichzeitig besagt die eco-Studie zur IT-Sicherheit, dass IT-Sicherheit durch Cloudnutzung bei mehr als der Hälfte der Unternehmen verschlechtert wird. Auch wenn Unternehmen die Datensicherheit durch Cloudnutzung in die Hände eines Dritten abgeben, obliegt eine Verantwortung als Mittelsmann bei Ihnen bzw. Ihrem Datenschutzbeauftragten.


      Fokus auf Dokumentations- und Informationspflicht

      Die DSGVO rückt die Dokumentations- und Informationspflicht in den Fokus der unternehmerischen Pflichten zum Datenschutz. Somit sollten Sie  mit dem Cloud-Anbieter eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung und sonstigen DSGVO-Compliance vertraglich abschließen. Der Service-Anbieter ist dazu verpflichtet, die Datenverarbeitung zu dokumentieren und festzuhalten.

      Unternehmen, die Cloud-Dienste in Anspruch nehmen, müssen ihrerseits in ihrer Dokumentation festhalten, wo und wie die Daten verarbeitet werden. Ersuchen Betroffene um eine Auskunft, so ist aufgrund der Informationspflicht mitzuteilen, wo die Daten gespeichert sind. In jedem Fall unterliegt die Cloud-Nutzung der Dokumentations- und Informationspflicht und sollte Bestandteil des Datenschutzkonzeptes sein.


      Verschl
      üsselung wird zur Pflicht

      Die Datenübermittlung an den Cloud-Anbieter muss in verschlüsselter Form erfolgen. Datenverschlüsselung ist ein zentrales Element der DSGVO und muss über einen Datenschutzbeauftragten implementiert werden.


      Meldung an Datenschutzbeh
      örde

      Ein Datenleck ist ein gängiges Risiko bei der Nutzung von Cloud-Diensten. Aufsehenerregende Skandale, wie bei Yahoo, haben Unternehmen für die Wahrnehmung dieses Risikos sensibilisiert. Werden Sie selbst Opfer eines Datenlecks, so muss der Vorfall innerhalb von 72 Stunden bei der zuständigen Datenschutzbehörde gemeldet werden (Art. 33 DSGVO), um Bußgelder zu vermeiden.


      Augen auf bei der Cloud-Anbieterwahl

      Neben der Dokumentation und Überwachung der Daten in Cloud-Diensten, obliegt es der Verantwortung des Datenschutzbeauftragten Ihres Unternehmens, einen Cloud-Anbieter auszuwählen, der DSGVO-konform ist.

      Dies betrifft insbesondere Art. 28 DSGVO, der vorsieht, dass Unternehmen mit Cloud-Anbietern zusammenarbeiten, die technische und organisatorische Maßnahmen treffen, welche die Anforderung der DSGVO erfüllen und den Datenschutz der betroffenen Person gewährleisten. Als Nachweis dient ein Datenschutzzertifikat (Art. 42 DSGVO).

      Zudem gelten besondere Regelungen für den Standort. Hat der Cloud-Anbieter seinen Standort außerhalb der EU, so ist die Rechtsmäßigkeit der Verwendung nur gegeben, wenn der Standort in einem Staat liegt, der aufgrund einer innerstaatlichen Regelung oder anderweitiger internationaler Verpflichtungen ein Datenschutzniveau gewährleisten kann, dass dem der DSGVO gleichwertig ist.


      Erw
      ähnung in der Datenschutzerklärung

      Die Erwähnung der Cloud  in der Datenschutzerklärung wird vorausgesetzt. Wie jeder datenerhebende Dienst muss er explizit gegenüber den Betroffenen erwähnt werden.


      Fachkundiger Datenschutzbeauftragter aufgrund der Komplexit
      ät erforderlich

      Die DSGVO sieht nach Art. 32 DSGVO vor, dass der Datenschutz und das Sicherheitsniveau laufend verbessert und auf dem neusten Stand der Technik gehalten werden. Die strategische Umsetzung der Cloud-Nutzung mit einem Datenschutzbeauftragten ist verpflichtend, um den hohen Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden und hohe Bußgelder zu vermeiden.


      Datenschutz am Computer

      So ziemlich jedes Unternehmen verarbeitet personenbezogene Daten am Computer, ob von Kunden oder Mitarbeitern. Damit wird der Umgang mit dem Computer zum DSGVO-Thema. Abgesehen von der rechtskonformen Einwilligung, Information und Dokumentation, bedarf es eines sicheren Umgangs, um den Datenschutz zu gewährleisten. Seit der Einführung der DSGVO kann Fehlverhalten von Mitarbeitern ein Unternehmen teuer zu stehen kommen. Art. 32 DSGVO sieht vor, dass technisch organisatorische Maßnahmen getroffen werden, um die Datenschutzziele zu erreichen.


      Thema: Genereller Datenschutz am Computer

      Unternehmen sollten sich generell fixe Verhaltensregeln für den Umgang mit Computern aneignen. Die Rechtskonformität wird durch ein fachmännisches Datenschutzkonzept hergestellt.


      Pflicht zur Absicherung von Datenlecks

      Explizit bedeutet dies, dass Unternehmen Mitarbeiter im korrekten Umgang mit EDV schulen müssen, um Datenlecks oder Hackerangriffen in organisatorischer Weise vorzubeugen. Die Praxis zeigt, dass die meisten Unternehmen grundlegende Verhaltensweisen ignorieren, die für jeglichen Computergebrauch im Sinne eines nachhaltigen Datenschutzes angemessen wären.

      Klassische Problemfelder bei Computern in Unternehmen

      1. Sicherheit der Passwörter

      Die einfachste Methode zum Datenschutz ist die Wahl eines sicheren Passwortes. Im Optimalfall wird ein Passwortgenerator verwendet, der ein kryptografisches Passwort aus Zahlen, Zeichen und Buchstaben herstellt. Es sollte darauf verzichtet werden, dass Passwort in physischer Form auf dem Schreibtisch oder als Textdatei auf dem Computer zu speichern.

      1. Virenprogramme

      Gängiger Schadsoftware aus dem Netz kann ein professionelles Virenprogramm entgegengesetzt werden. Eine Installation auf jeden Computer gehört zum Standard.

      1. Einrichtung einer Firewall

      Zusätzlich zum Virenprogramm sollte eine Firewall installiert werden, um die Verteidigung gegen Schadsoftware aus dem Netz zu gewährleisten.

      1. Updates der Software

      Mangelnde oder verspätete Software-Updates öffnen Schadsoftware und Hackern die Tür. Stellen Sie also sicher, dass die Wartung und Updates Ihrer Software ein fester Bestandteil Ihres Datenschutzkonzeptes wird.

      1. Downloads & Installationen

      Die Installation von Programmen sollte nur in Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten vorgenommen werden. Überflüssige Downloads privater Bilder und Videos aus dem Netz erhöhen die Gefahr eines Datenlecks.

      1. E-Mail-Postfach

      Nicht nur über den Browser, sondern auch über das E-Mail-Postfach können Betrüger und Datendiebe an personenbezogene Daten gelangen. Schon das alte BDSG sah vor, dass E-Mails mit personenbezogenen Daten verschlüsselt werden sollten. Zudem wird Ihr Datenschutzbeauftragter Mitarbeiter in der Erkennung von Phishing-Mails schulen.


      Datenschutz und Cookies

      Cookie sind ein heiß diskutiertes Thema im Zusammenhang mit der DSGVO. Die kleinen Datenstücke sind für viele Bereiche des eCommerce und des Online-Marketings fundamental. Wer Cookies auch nach Inkrafttreten der DSGVO einsetzen möchte, muss sich den neuen Anforderungen stellen.

      Keine Cookies ohne explizite Einwilligung

      Da es sich bei Cookies um personenbezogene Daten handelt, bedarf es einer expliziten Einwilligung des Betroffenen (Art. 6 DSGVO). Strittig ist bisher, ob es einer eindeutigen Einwilligung (Opt-In) oder einer Möglichkeit zur Austragung (Opt-Out) bedarf. Beide Lösungen sind technisch aufwendig und sollten von Ihrem Datenschutzbeauftragten berücksichtigt werden. Die DSGVO sieht vor, dass Betroffenen die Verweigerung der Datenabgabe nicht zum Nachteil werden darf. Eine verpflichtende Einwilligung zum Nutzen von Internetinhalten ist daher nicht zulässig.

      Berechtigtes Interesse als Türöffner

      Bestimmte Online-Unternehmen kommen ohne den Einsatz von Cookies nicht aus. So können Onlineshops ohne  Cookies nicht nachvollziehen, welche Produkte von Kunden im Warenkorb platziert wurden. Wenn der Einsatz von Cookies ein elementarer Bestandteil Ihres Geschäftsmodells ist, könnte ein berechtigtes Interesse vorliegen (Art. 6 DSGVO). Ob dies der Fall ist, bedarf einer Einzelfallbetrachtung in Zusammenarbeit mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

      Anonymisierung als Alternative

      Cookies sind personenbezogene Daten. Im Rahmen des Webtrackings und der Verhaltensanalyse von Webseitennutzern können Sie allerdings anonymisiert werden. Dadurch fällt die Eigenschaft der Personenbezogenheit weg und es bedarf faktisch keiner Einwilligung durch den Betroffenen. Ihr Datenschutzbeauftragter sollte prüfen, in welchem Rahmen der Einsatz von Cookies in Ihrem Falle durch Anonymisierung modifizierbar ist.

      Cookies als zukünftiges Konfliktthema

      Bis es zu einer eindeutigen Regelung zum Einsatz von Cookies kommt, wird es noch einige Zeit dauern. Die DSGVO ist in vieler Hinsicht weit auslegbar, sodass die Rechtsprechung Grundsätze für den Praxiseinsatz herstellen wird.


      Datenschutzberatung durch Datenschutzbeauftragten unausweichlich

      Für die meisten Unternehmen, die einen Internetauftritt oder digitale Vermarktung als strategischen Bestandteil ihrer Marketingstrategie verstehen, ist der Einsatz von Cookies ein Konfliktfeld für die DSGVO-Compliance. Die bisher herrschende Rechtsunsicherheit und die Notwendigkeit der Einzelfallabwägung eines berechtigten Interesses, beruft Unternehmen zum Einsatz eines fachkundigen Datenschutzbeauftragten, der die juristische Entwicklung mitverfolgt und in Ihren Geschäftsbetrieb rechtskonform implementiert


      Datenschutz und Datensicherung

      Die Datensicherung ist eines der relevantesten Themen der IT-Sicherheit für Unternehmen. Der Verlust größerer Mengen von Daten, ob personenbezogen oder rein unternehmensintern, bedeutet einen enormen wirtschaftlichen Schaden. Es verwundert also nicht, dass die Unternehmen auf die Datensicherung einen besonderen Fokus legen. Werden personenbezogene Daten gesichert, was meistens der Fall ist, wird die Datensicherung zum relevanten Thema der DSGVO-Compliance.


      Daten m
      üssen verfügbar und belastbar sein (Art. 32 DSGVO)

      Art. 32 DSGVO sieht vor, dass gespeicherte personenbezogene Daten verfügbar und belastbar sein müssen. Kommt es zu einem physischen Schaden, darf dies nicht in einem Datenverlust münden. Die Verfügbarkeit und Belastbarkeit muss auf Dauer sichergestellt sein, was eine nachhaltige Datensicherung erfordert.


      Gleichzeitig
       Speicherbegrenzung (Art. 5 DSGVO)

      Art. 5 DSGVO verpflichtet Unternehmen zur Speicherbegrenzung. Personenbezogene Daten dürfen nur so lange gespeichert werden, wie es für die Erreichung des Zwecks der Datenerhebung notwendig ist. Für den Fall, dass eine betroffene Person die Löschung beantragt, bedarf es eines simultanen Systems, dass die gleichzeitige Löschung aus dem Hauptspeicherort und der Datensicherung ermöglicht.


      Konkrete Vorgaben aus Erw
      ägungsgrund 28

      Der Erwägungsgrund 28 aus Art. 32 DSGVO sieht konkrete Maßnahmen für die Sicherung personenbezogener Daten vor:

      • Datenschutzfreundliche Voreinstellungen
      • Minimale Verarbeitung der personenbezogenen Daten
      • Pseudonymisierung und Verschlüsselung der Daten
      • Transparenz der Verarbeitung
      • Überwachung der Verarbeitung
      • Sicherheitsfunktionen auf den neuen Stand
      • Stetige Verbesserung des Systems
      • Regelmäßige Prüfung und Bewertung der Maßnahmen
      • Zertifizierung nah Art. 42 DSGVO

      Wie die Datensicherung im Falle Ihres Unternehmens auszusehen hat, lässt sich nicht pauschal beantworten. Fest steht, dass die Datensicherung ein komplexes juristisches Themenfeld ist, das seit 2018 zwingend zum Aufgabengebiet Ihres Datenschutzbeauftragten gehört. Die erforderliche Professionalität für das Vorgehen spricht für einen externen Datenschutzbeauftragten.


      Daten Schreddern und Aktenvernichtung

      Die meisten Unternehmer denken bei Datenschutz an digitale Datenverarbeitung. Dabei wird häufig vergessen, dass der sonstigen Verarbeitung von personenbezogenen Daten ebenso viel Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte.

      Pflicht zur Löschung greift auch für Daten auf Papier

      Nach Art. 6 DSGVO dürfen personenbezogene Daten nur gespeichert werden, wenn eine explizite Einwilligung des Betroffenen vorliegt oder ein berechtigtes Interesse besteht. Ist der Zweck der Datenerhebung erfüllt und besteht kein gesetzlicher Zwang zur Aufbewahrung oder hat der Betroffene von seinem Löschungsrecht Gebrauch gemacht (Art. 17 DSGVO), so sind auch Daten auf Papier zu entsorgen.

      Allerdings darf  Dritten der Zugang zu diesen Daten nicht ermöglicht werden. Eine einfache Entsorgung im Müll reicht daher nicht aus. Es bedarf des Einsatzes eines Datenschredders zur endgültigen Unkenntlichmachung.

      Anforderungen an Aktenvernichter

      Eine verbindliche Aktenvernichtung im Sinne der DSGVO, kann durch einen Aktenvernichter der Norm DIN 66399 realisiert werden.

      Besondere Anforderungen bei Vernichtung durch Dritte

      Viele Unternehmen verlassen sich bei der Datenentsorgung auf professionelle Unternehmen. Machen Sie von dieser Maßnahme aktuell Gebrauch oder planen dies für Ihre DSGVO-Compliance so wird die Geschäftsbeziehung zum Dienstleister Regulierungsfeld der DSGVO.

      Zunächst ist eine Auftragsdatenverarbeitung notwendig (Art. 28 Abs. 3 DSGVO). Allerdings wird das Unternehmen durch die Beauftragung nicht von seiner Sorgfaltspflicht entbunden. Der Verantwortliche, falls für Ihr Unternehmen erforderlich, der Datenschutzbeauftragte, muss weiterhin die DSGVO-konforme Aktenvernichtung gewährleisten (Art. 24 DSGVO). Zudem müssen organisatorische und technische Maßnahmen getroffen werden, um die Rechtskonformität des Dienstleisters zu überwachen.


      Ein externer Datenschutzbeauftragter ber
      ät Sie rechtskonform

      Ein professioneller externer Datenschutzbeauftragter verfügt bereits über eine fachgerechte Lösung und kann Sie unkompliziert zum Thema beraten. Empfehlenswert ist die Inanspruchnahme eines fachmännischen Beistands aufgrund der hohen Bußgelder der DSGVO, die in einer Höhe von bis zu 20 Mio. Euro angesetzt werden können.

      Datenschutz gegenüber Patienten in der Arztpraxis

      Überblick Datenschutz in der Arztpraxis

        Datenschutz in der Arztpraxis unter DSGVO-Compliance hat in jüngster Vergangenheit für Furore in den Medien gesorgt. Da nach Art. 13 Abs. 1 und 2 DSGVO zum Zeitpunkt der Erhebung der Patientendaten bereits eine Informationspflicht besteht, hätte mündlich die komplette Datenschutzerklärung mitgeteilt werden müssen. Glücklicherweise haben Datenschutzbehörden diese unrealistische Mutmaßung bereits widerlegt. Somit reicht es, wenn Arztpraxen ihrer Informationspflicht in einem „zeitlichen Zusammenhang“ nachkommen. Praktisch würde dadurch ein Informationspapier beim Besuch einer Arztpraxis ausreichend. Allgemein unterliegen Arztpraxen denselben Anforderungen wie Unternehmen. Die DSGVO sieht die sensiblen Patientendaten aber als besonders schutzwürdig und verlangt zusätzliche Maßnahmen.

        Patientendaten sind besonders sensibel

        Die DSGVO sieht vor, dass besonders sensible Daten auch besonders schutzbedürftig sind (Art. 9 DSGVO). Da Ärzte in der Regel Daten von Personen bearbeiten, die Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zulassen, wird der Datenschutz in der Arztpraxis von dieser besonderen Schutzbedürftigkeit erfasst. Generell ist die Verarbeitung derartiger Daten untersagt (Art. 9 Abs. 1 DSGVO), es sei denn, der Betroffene hat eingewilligt (Art. 9 Abs. 2 lit.) a DSGVO).

        Datenschutzfolgeabschätzung erforderlich

        Durch die besondere Sensibilität der Daten sind Ärzte zu einer Datenschutz-Folgeabschätzung verpflichtet (Art. 35 DSGVO). Dabei werden voraussichtliche Risiken bei der Verarbeitung der sensiblen Daten abgeschätzt, um geeignete Maßnahmen zu treffen. Die Konzeption dieser Maßnahmen erfolgt mit dem Datenschutzbeauftragten in Zusammenarbeit mit der zuständigen Datenschutzbehörde.

        Benötigen Ärzte einen Datenschutzbeauftragten?

        Wie alle verantwortlichen Stellen benötigen Arztpraxen ggf. einen Datenschutzbeauftragten. Es kann ein interner oder externer Datenschutzbeauftragter bestellt werden. Die Anforderungen entsprechen denen aller verantwortlichen Stellen. Es ist somit maßgeblich, ob die Arztpraxis mehr als zehn Personen beschäftigt. Es gilt dabei die erweiterte Fassung der DSGVO, die auch Aushilfskräfte und Mini-Jobber als Mitarbeiter kategorisiert.

        Des Weiteren Anforderungen, wie an alle Unternehmen

        Bis auf die eingangs erwähnte Anpassung der Einwilligung, unterliegt der Datenschutz in der Arztpraxis den gewöhnlichen Anforderungen aller Unternehmen. Für die Risikofolgeabschätzung steht neben der Datenschutzbehörde auch die Ärztekammer beratend zur Seite.

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